Ratgeber · Baukasten
Wix oder eigene Website? Der ehrliche Vergleich.
Lazar Petrovic · Aktualisiert am 22. Oktober 2026
Baukästen wie Wix, Jimdo oder Squarespace sind gut geworden. Für manche Betriebe sind sie die richtige Wahl, für andere ein teurer Umweg. Hier finden Sie einen fairen Vergleich und eine klare Antwort darauf, wann welcher Weg passt.
Die kurze Antwort
Ein Baukasten passt, wenn Sie wenig Budget haben, gerne selbst Hand anlegen und die Website vor allem zeigen soll, dass es Sie gibt.
Eine eigene Website passt, wenn die Website aktiv Kunden bringen soll, wenn Vertrauen in Ihrer Branche entscheidend ist (Praxis, Kanzlei, Makler) oder wenn Sie Funktionen wie Online-Buchung brauchen, die genau zu Ihrem Ablauf passen.
Der Vergleich auf einen Blick
| Baukasten (z. B. Wix) | Eigene Website | |
|---|---|---|
| Kosten am Anfang | Tief, oft nur Ihre Zeit | Höher, einmalige Investition |
| Laufende Kosten | Monatliches Abo, solange die Seite online ist | Hosting und optional Betreuung |
| Design | Vorlagen, viele Betriebe sehen ähnlich aus | Auf Ihren Betrieb und Ihre Kunden zugeschnitten |
| Geschwindigkeit | Ordentlich, aber viel Code, den Sie nicht beeinflussen | Kann sehr schnell gebaut werden |
| Grundlagen möglich, Feinheiten eingeschränkt | Volle Kontrolle über Technik und Struktur | |
| Funktionen | Was der Anbieter anbietet | Was Ihr Betrieb braucht |
| Wechsel später | Inhalte lassen sich kaum mitnehmen | Code und Inhalte gehören Ihnen |
| Aufwand für Sie | Hoch, Sie bauen und pflegen selbst | Tief, wenn Sie Betreuung wählen |
Wann ein Baukasten die richtige Wahl ist
In diesen Fällen raten wir ehrlich zum Baukasten. Wichtig ist nur: Nehmen Sie sich Zeit für gute Texte, und tragen Sie Ihren Betrieb im Google-Unternehmensprofil ein. Das bringt oft mehr als jedes Design.
- Sie gründen gerade und wollen erst testen, ob die Idee funktioniert.
- Ihr Budget für die Website liegt bei wenigen hundert Franken.
- Sie haben Freude daran, Texte und Bilder selbst zu pflegen, und auch die Zeit dafür.
- Ihre Kunden kommen fast nur über Empfehlungen, nicht über Google.
Wann sich eine eigene Website lohnt
- Neue Kunden suchen Sie bei Google, zum Beispiel «Physiotherapie Winterthur» oder «Fahrschule Winterthur», und Sie wollen dort sichtbar sein.
- In Ihrer Branche entscheidet der erste Eindruck: Wer einen Makler, eine Kanzlei oder eine Praxis wählt, vergleicht mehrere Websites auf dem Handy.
- Sie brauchen eine Funktion, die genau zu Ihrem Ablauf passt: Terminbuchung, Reservationen, Offertanfrage mit Foto oder ein Rechner.
- Sie wollen keine Zeit mehr mit der Website verbringen und lieber eine feste Ansprechperson, die Änderungen erledigt.
Datenschutz in der Schweiz
Seit September 2023 gilt das revidierte Schweizer Datenschutzgesetz. Jede Website, die Personendaten bearbeitet, braucht eine Datenschutzerklärung. Das betrifft Kontaktformulare, Analyse-Werkzeuge und eingebettete Karten oder Videos.
Bei Baukästen laufen die Server meist im Ausland, und der Anbieter bearbeitet Daten Ihrer Besucher. Das ist nicht verboten, muss aber in Ihrer Datenschutzerklärung korrekt beschrieben sein. Bei einer eigenen Website können Sie Hosting in der Schweiz oder in der EU wählen und genau steuern, welche Dienste eingebunden sind. Für Praxen mit sensiblen Daten ist das ein echter Vorteil.
Dieser Abschnitt ist eine allgemeine Information und keine Rechtsberatung.
Der unterschätzte Punkt: Abhängigkeit
Bei einem Baukasten mieten Sie Ihre Website. Steigt der Preis oder ändert der Anbieter die Bedingungen, haben Sie wenig Spielraum. Ein Umzug bedeutet meist, die Website neu zu bauen, weil sich Design und Struktur nicht einfach exportieren lassen.
Bei einer eigenen Website sollten Domain, Inhalte und Zugänge Ihnen gehören. Fragen Sie das bei jeder Agentur nach, bevor Sie unterschreiben.
Und WordPress?
WordPress liegt zwischen Baukasten und eigener Website. Es ist kostenlos, sehr verbreitet, und viele Agenturen arbeiten damit. Sie können Inhalte selbst pflegen und den Anbieter wechseln, weil die Website Ihnen gehört.
Der Preis dafür ist Pflege: WordPress und seine Erweiterungen brauchen regelmässige Updates. Bleiben sie liegen, wird die Seite langsam oder unsicher. Viele selbst gebaute WordPress-Seiten werden mit der Zeit schwerfällig, weil für jede Kleinigkeit eine weitere Erweiterung installiert wurde.
WordPress ist eine gute Wahl, wenn Sie oft selbst Inhalte veröffentlichen, zum Beispiel einen Blog oder Neuigkeiten, und jemand die Updates zuverlässig übernimmt. Für eine Website, die vor allem schnell sein und Anfragen bringen soll, bauen wir lieber schlank und ohne unnötige Erweiterungen.
Fünf Zeichen, dass es Zeit für einen Wechsel ist
- Auf dem Handy verrutscht das Layout oder Buttons sind zu klein.
- Sie schämen sich ein wenig, wenn Sie jemandem Ihre Website zeigen.
- Bei Google finden Kunden zuerst die Konkurrenz.
- Es kommen kaum Anfragen über die Website, obwohl der Betrieb gut läuft.
- Sie verbringen mehr Zeit mit dem Baukasten als mit Ihren Kunden.
Unser Rat
Starten Sie mit dem, was zu Ihrem heutigen Stand passt. Wenn Sie unsicher sind, schauen wir uns Ihre bestehende Website im kostenlosen Erstgespräch an und sagen Ihnen ehrlich, ob sich ein Wechsel lohnt oder ob ein paar Verbesserungen reichen.
Häufige Fragen
Ist Wix schlecht für Google?
Nein. Mit Wix kann man bei Google gefunden werden, wenn Texte, Titel und das Google-Unternehmensprofil stimmen. Bei Technik, Geschwindigkeit und Struktur haben Sie mit einer eigenen Website aber mehr Kontrolle.
Kann ich meine Wix-Website später umziehen?
Texte und Bilder können Sie mitnehmen, Design und Struktur in der Regel nicht. Ein Umzug bedeutet meist einen Neubau. Wichtig ist, dass beim Umzug die alten Adressen sauber weitergeleitet werden, damit Google-Positionen erhalten bleiben.
Was kostet Wix in der Schweiz?
Je nach Paket rechnen Sie grob mit 15 bis 45 Franken pro Monat. Das ist ein Richtwert. Wix ändert Preise und Pakete regelmässig, prüfen Sie die aktuellen Preise direkt beim Anbieter.
Brauche ich mit einer Baukasten-Website eine Datenschutzerklärung?
Ja. Sobald Personendaten bearbeitet werden, etwa über ein Kontaktformular oder Analyse-Werkzeuge, braucht es nach dem Schweizer Datenschutzgesetz eine Datenschutzerklärung. Diese Information ersetzt keine Rechtsberatung.
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