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Ratgeber · KI

KI-Chatbot für die Website: Was er kann und was in der Schweiz gilt.

Lazar Petrovic · Aktualisiert am 23. Oktober 2026

KI-Chatbots sind in kurzer Zeit erstaunlich gut geworden. Für viele Betriebe sind sie eine echte Entlastung, für andere ein Risiko, wenn sie falsch eingerichtet sind. Hier erfahren Sie, was ein Chatbot auf Ihrer Website leisten kann, wo Sie Grenzen ziehen sollten und worauf Sie beim Datenschutz in der Schweiz achten müssen.

Die kurze Antwort

Ein KI-Chatbot lohnt sich, wenn Ihr Team immer wieder dieselben Fragen beantwortet: Öffnungszeiten, Anfahrt, Parkplätze, Preise, Ablauf. Er antwortet sofort, auch am Abend und am Wochenende, und gibt alles Weitere an Sie weiter.

Er lohnt sich nicht als Ersatz für Beratung. Medizinische, rechtliche oder finanzielle Auskünfte gehören nicht in einen Chatbot. Ein guter Assistent erkennt solche Fragen und verweist an Ihr Team.

Was ein KI-Chatbot heute kann

  • Routinefragen in natürlicher Sprache beantworten, auch wenn Besucher anders fragen als in Ihrer FAQ formuliert.
  • In mehreren Sprachen antworten, zum Beispiel Deutsch, Französisch, Italienisch und Englisch.
  • Anfragen vorbereiten: Rückrufwunsch, Reservation, Probefahrt oder Offertanfrage mit den nötigen Angaben aufnehmen und an Sie weiterleiten.
  • Auf die richtige Seite führen: Terminbuchung, Preisliste, Stellenangebote.
  • Am Telefon ausserhalb der Öffnungszeiten abnehmen, einfache Fragen beantworten und Rückrufwünsche festhalten, statt dass Anrufer auf einem Anrufbeantworter landen.

Wo die Grenzen liegen

Sprachmodelle können Antworten erfinden, wenn sie nicht sauber eingeschränkt sind. Für einen Betrieb ist das inakzeptabel. Deshalb sollte ein Website-Assistent nur mit Informationen antworten, die Sie freigegeben haben, und offen sagen, wenn er etwas nicht weiss.

  • Keine Diagnosen, keine Therapie- oder Medikamentenempfehlungen. In Praxen verweist der Assistent immer an die Praxis oder bei Notfällen an 144.
  • Keine verbindlichen Zusagen zu Preisen, Terminen oder Leistungen, die nicht ausdrücklich hinterlegt sind.
  • Keine Abfrage sensibler Daten im Chat. Besucher werden darauf hingewiesen, keine Gesundheits- oder Finanzdaten einzugeben.
  • Klar erkennbar als Assistent: Niemand soll glauben, mit einem Menschen zu schreiben.

Chatbot, FAQ-Seite oder Telefonassistent?

FAQ-SeiteKI-ChatbotKI-Telefonassistent
Wie Kunden fragenSie müssen die Antwort selbst suchenSie fragen in eigenen WortenSie rufen an, wie gewohnt
ErreichbarImmerImmerImmer, z. B. nach Feierabend
Aufwand für SieEinmal schreiben, pflegenAngaben freigeben, Antworten prüfenAngaben freigeben, Ansage und Regeln festlegen
Passt besonders fürJede WebsiteBetriebe mit vielen gleichen FragenPraxen, Garagen, Betriebe mit vielen Anrufen

Die FAQ-Seite bleibt wichtig, auch mit Chatbot: Google liest sie, ein Chat dagegen ist für Suchmaschinen kaum sichtbar.

Datenschutz und Recht in der Schweiz

Für KI-Chatbots gilt in der Schweiz das Datenschutzgesetz (DSG), das seit September 2023 in revidierter Form in Kraft ist. Ein eigenes KI-Gesetz gibt es (Stand Oktober 2026) nicht. Der Eidgenössische Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragte (EDÖB) hat klargestellt, dass das DSG auch für KI-Anwendungen gilt und Nutzende erkennen können sollen, wenn sie mit einem KI-System kommunizieren.

Praktisch heisst das: Der Chat ist als Assistent gekennzeichnet, Ihre Datenschutzerklärung nennt den Anbieter und den Zweck, und wenn Daten ins Ausland gehen, steht auch das drin. Wählen Sie Einstellungen, bei denen möglichst wenig gespeichert wird und Gesprächsdaten nicht zum Training fremder Modelle verwendet werden.

Beim Telefonassistenten kommt ein Punkt dazu: Gespräche dürfen nur aufgezeichnet werden, wenn die Anrufenden darauf hingewiesen werden. Der Hinweis gehört an den Anfang der Ansage.

Allgemeine Information, keine Rechtsberatung. Für Praxen mit Patientendaten lohnt sich eine Prüfung im Einzelfall.

Was kostet ein KI-Chatbot?

Die Kosten setzen sich aus drei Teilen zusammen: der Einrichtung (Inhalte aufbereiten, Regeln festlegen, testen, in die Website einbauen), der laufenden Nutzung (abhängig davon, wie viele Fragen gestellt werden) und der Pflege (neue Angaben, Auswertung, Verbesserungen).

Fertige Baukasten-Chatbots sind schnell eingerichtet, kennen Ihren Betrieb aber nur so gut, wie Sie sie füttern. Eine betreute Lösung kostet mehr, dafür kümmert sich jemand darum, dass die Antworten stimmen und der Assistent mit Ihrem Betrieb mitwächst. Was für Sie sinnvoll ist, hängt von der Anzahl Anfragen und davon ab, wie viel Zeit Ihr Team heute mit Routinefragen verbringt.

Checkliste: So wählen Sie den richtigen Anbieter

  • Antwortet der Assistent nur mit Ihren freigegebenen Angaben?
  • Sagt er offen, wenn er etwas nicht weiss, und nennt dann Telefon oder E-Mail?
  • Wo werden die Gesprächsdaten gespeichert, wie lange, und werden sie für Training verwendet?
  • Können Sie Antworten selbst prüfen und Inhalte ändern, oder erledigt das jemand für Sie?
  • Passt der Chat zum Design Ihrer Website und funktioniert er gut auf dem Handy?
  • Gibt es eine feste Ansprechperson, wenn etwas nicht stimmt?

Für wen sich ein KI-Assistent besonders lohnt

Praxen und Therapien entlasten den Empfang bei Fragen zu Öffnungszeiten, Anfahrt und Ablauf. Garagen und Autohändler beantworten Fragen zu Service, Ersatzwagen und Probefahrten. Restaurants klären Reservation, Allergene und Parkplätze. Makler und Verwaltungen beantworten Fragen zu Objekten und Besichtigungen und nehmen Interessenten auf.

So machen wir es bei Laki Development

Wir richten den Assistenten mit Ihren eigenen Angaben ein, legen gemeinsam fest, was er beantworten darf und was nicht, und testen ihn, bevor er online geht. Danach pflegen wir ihn persönlich und werten aus, welche Fragen gestellt werden. Das zeigt oft auch, welche Informationen auf Ihrer Website noch fehlen.

Häufige Fragen

Erfindet ein KI-Chatbot Antworten?

Ein frei eingestellter Chatbot kann das. Ein gut eingerichteter Website-Assistent antwortet nur mit den Angaben, die Sie freigegeben haben, und sagt offen, wenn er etwas nicht weiss.

Ist ein KI-Chatbot in der Schweiz erlaubt?

Ja. Es gilt das Datenschutzgesetz: Der Chat muss als Assistent erkennbar sein, und die Datenschutzerklärung muss den Anbieter und den Zweck nennen. Diese Information ersetzt keine Rechtsberatung.

Braucht es mit Chatbot noch eine FAQ-Seite?

Ja. Google kann Inhalte im Chat kaum lesen. Eine gute FAQ-Seite hilft bei der Suche, der Chatbot hilft den Besuchern auf der Website.

Kann ein KI-Assistent auch Telefonanrufe annehmen?

Ja. Ausserhalb der Öffnungszeiten kann ein Telefonassistent abnehmen, einfache Fragen beantworten und Rückrufwünsche festhalten. Wichtig sind ein Hinweis auf die Aufzeichnung und bei Praxen der Verweis auf die Notfallnummer.

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